Abgedreht - Der Film
In einschlägigen Feuilletons kam man um diesen Film in den letzten Tagen ja wirklich nicht drumrum, zurecht. Was Michel Gondry (Vergiss mein nicht, Science of Sleep) mit diesem Film zu leisten im Stande ist, kann man nur schwer in Worte fassen. Der Inhalt ist dabei eigentlich eher Nebensache, dass durch eine paranoide Unachtsamkeit plötzlich eine jede Videokassette in Mr. Fletchers (Danny Glover) Videothek ohne jedes Bild- und Tonsignal dasteht, das Geschäft aber dennoch weiterlaufen muss und sich daraufhin die beiden Freunde Jerry (Jack Black wie immer ganz in seinem Metier) und Mike (Mos Def) auf machen und die Filme in 20min Fassungen einfach nachdrehen, das ist zwar skuril anzusehen, aber nicht die Seele dieses Films. Es ist nur das große Kreativitätsaustoben, das schnelle, mit Esprit abgedrehte auf Bestellung. Aber Kunst wird erst dann wahrhaftig und einzigartig, wenn sie nicht aus einem Zweck, sondern einem Gefühl heraus entstehen kann.
Wenn man dann zum Schluss in die Gesichter der Zuschauer blickt, während sie das betrachten, was sie erschufen, dann ist dort sovielmehr zu finden. Wie sie sich entdecken, sich freuen, wenn sie nur stumm auf die Leinwand schauen, in ihren Gesichtern der flackernde Lichtschein, wenn sie spüren, dass sie für ein paar Minuten Teil eines wahrhaftig aufrichtigen Stückes Film geworden sind, dann sieht man dort ... Ehrfurcht.
In diesem Moment ist der Film und der Film im Film voller Magie aus längst vergangenen Zeiten. Und man versteht und erkennt, wie erfüllend sich alle das anzufühlen vermag.
"Abgedreht" ist eine wundervoll naive, schreiende, dann wieder stille, immer liebevolle und stets aufrichtige Verbeugung vor der Kraft des bewegten Bildes. Dieser Film ist ein Muss, für jeden der Filme liebt und lebt.
StrangeGuy - 3. Apr, 23:47

Naja, und wie ich da so sitze, und erst "New Adventures on HiFi" von REM und danach "Learning how to smile" von Everclear höre, da lässt meine innere Filmmaschinerie nocheinmal alles abspielen. Zugfahrt, an der Warschauerstraße über die Mode der Berliner Partycoolness lachen, das erste ASTRA meines Lebens in der Glühlampe, komischen Leuten beim komische Lieder mitgrölen zusehen, es für eine tolle Idee halten um 3uhr noch in den Magnet zu wechseln, auf dem Weg dahin den wundervollsten Fotofixautomaten der Stadt entern und sich zu sechst reinquetschen (mit der Maßgabe: nett, lustig, sexy, irre ... das Ergebnis siehe Links), in den Club rein, in den Sessel fallen lassen, bei "Die Welt kann mich nicht mehr verstehen" wieder hellwach um kurz darauf mit "little by little" der Gallagher.Combo überrascht zu werden und sich endgültig in diese Nacht, in diese Neun Stunden verlieben. Um 6uhr dann rausgestolpert, bei McDo Katerfrühstück eingenommen und mit der kompletten "Nichts für ungut" von ClickClickDecker auf den Heimweg gemacht.
Wie schön, wenn es Alben gibt, die es einfach können. In die Arme nehmen, aber nicht kuschelig, sondern zum zusammen rumspringen, nicht groß schwelgerisch sondern eher den kleinen Moment betrachtend, der dem Hörer ein Lächeln abringt, aber nicht erkämpft, sondern einfach so ... "kurz Luft zu holen, und dem Alltag zu entfliehen".










